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Rot-Weiss-Rot-Bauen: Das neue Vergaberecht als Instrument für regionale Wertschöpfung, faire Arbeit und Qualität!

25. Juni 2026

Rot-Weiss-Rot-Bauen: Das neue Vergaberecht als Instrument für regionale Wertschöpfung, faire Arbeit und Qualität!

Unter dem Titel „Rot-Weiß-Rot-Bauen“ lud am 23. Juni 2026 der sozialdemokratische Gemeindevertreter:innen-Verband Oberösterreich (GVV) gemeinsam mit der Gewerkschaft Bau-Holz sowie den Vergaberechtsexperten der Kanzlei Schiefer zu einer Informationsveranstaltung über die geplante Vergaberechtsnovelle 2026 ein.

Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Gemeinden, Wirtschaft und Interessenvertretungen nutzten die Gelegenheit zum fachlichen Austausch. Zu den Ehrengästen zählten Landesrat Martin Winkler, AK-Präsident Andreas Stangl sowie der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Bau-Holz und Nationalratsabgeordnete Josef Muchitsch.

In ihrer Begrüßung betonte GVV-Landesvorsitzende Bürgermeisterin Bettina Lancaster die Bedeutung der Initiative „Rot-Weiß-Rot-Bauen“, die ein zentrales Zukunftsthema für die Bauwirtschaft, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Gemeinden und öffentliche Auftraggeber aufgreift.

Öffentliche Vergabe als Motor für regionale Entwicklung

„Die öffentliche Vergabe ist weit mehr als ein bürokratischer Verwaltungsakt – sie ist ein wirksames Instrument der regionalen Standortpolitik“, erklärte Lancaster. Angesichts des hohen Volumens öffentlicher Aufträge komme der verantwortungsvollen Verwendung von Steuergeldern besondere Bedeutung zu.

Jede Vergabeentscheidung habe Auswirkungen auf die regionale Wertschöpfung und trage dazu bei,

Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten sei es entscheidend, dass die Wertschöpfung möglichst in Österreich und in den Regionen verbleibt.

Gemeinden als wichtige Auftraggeber

Die oberösterreichischen Gemeinden zählen zu den wichtigsten öffentlichen Auftraggebern und sind bedeutende Konjunkturmotoren in den Regionen. Investitionen in Kindergärten, Schulen, Feuerwehrhäuser, Straßen, öffentliche Plätze sowie Sport- und Freizeiteinrichtungen verbessern nicht nur die Lebensqualität der Bevölkerung, sondern schaffen auch Beschäftigung und stärken die lokale Wirtschaft.

Gleichzeitig stehen viele Gemeinden vor großen finanziellen Herausforderungen. „Die finanziellen Spielräume werden kleiner, während die Anforderungen kontinuierlich steigen. Umso wichtiger ist es, dass jeder investierte Euro die größtmögliche Wirkung erzielt“, so Lancaster.

Neues Vergaberecht eröffnet neue Möglichkeiten

Landesrat Martin Winkler hob hervor, dass die Vergaberechtsnovelle 2026 darauf abzielt, öffentliche Aufträge stärker für die heimische Wertschöpfung nutzbar zu machen. Dabei gehe es nicht um den Ausschluss einzelner Unternehmen, sondern um die gezielte Nutzung bestehender rechtlicher Möglichkeiten.

„Vergaberecht kann ein starkes Instrument für regionale Wertschöpfung, faire Arbeit und Qualität sein. Öffentliche Auftraggeber tragen Verantwortung dafür, dass Steuergeld nicht ausschließlich nach dem günstigsten Preis vergeben wird, sondern dort Wirkung entfaltet, wo es den Menschen langfristig nützt“, betonte Winkler.

Das neue Vergaberecht ermögliche es, Kriterien wie Qualität, Nachhaltigkeit, Lebenszykluskosten und faire Arbeitsbedingungen stärker zu berücksichtigen und öffentliche Aufträge bewusster im Interesse der Regionen, der Beschäftigten und der heimischen Wirtschaft einzusetzen.

Praxiswissen für Gemeinden entscheidend

Für die erfolgreiche Umsetzung der neuen Regelungen sei es entscheidend, dass Gemeinden und öffentliche Auftraggeber die bestehenden Spielräume kennen und rechtssicher anwenden können. Die Veranstaltung „Rot-Weiß-Rot-Bauen“ bot dazu wertvolle Informationen, praktische Beispiele und Orientierungshilfen für die kommunale Praxis.

Weiterführende Informationen zum neuen Vergaberecht bietet auch der Leitfaden der Gewerkschaft Bau-Holz:
https://www.gbh-news.at/leitfaden

Fotohinweis: Theresa Ganglberger

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